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Die älteste nachgewiesene Erwähnung über Mašťov stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jhs., wann Fürst Soběslav I. gab Mašťov als Dienstlohn Herrn Milhost. Der ist also der erste bekannte Besitzer Mašťovs. Sein Sohn, Milhost Jr. von Mašťov, ersuchte 1191 den Abt Erkenbert aus dem Zisterzienserkloster in Waldsachsen um Entsenden einer Mönchengruppe, die in Mašťov ein neues Kloster gründen und hiesige Region  kultivieren zu helfen würden. Die Zisterzienser kamen im Frühjahr nächsten Jahres an. Gleich nach Ankunft waren sie von Milhost reichlich beschenkt – sie erwarben insgesamt 15 tschechische Dörfer, 2 Meierhöfe und Rente aus dem Marktsort. Gleichzeitig kam mit ihnen in die Region auch Germanisation.

 

        Kurz nach Ansiedlung grauer Mönche beganen sich erste Streite zu erscheinen. Milhost, der damit rechnete sein Vermögen dank der Zisterzienser noch zu vervielfachen, wollte nicht seinen Einfluss an beschenktem Gebiet verlieren, die Mönche wollten sich jedoch nicht unterwerfen. Seit 4 Jahren dauernder Streit hatte erst Jindřich Břetislav, der tschechischer Fürst vom Haus der Primisliden, durch Konfirmationsurkunde für das Kloster im Jahre1196  entscheiden müssen. Nicht einmal danach hörten die Streite auf. Wenn sich danach der Magnat Slávek von Osek vom Haus von Hrabišic nach geeignetem Konvent suchte, Milhost bot ihm seine Mönche an. Einige Historiker geben an, dass sie einfach vetrrieben worden waren, wie die Wahrheit auch immer gewesen sei, es ist sicher, die Zisterzienser  verlassen 1197 Mašťov und nächstes Jahr gründen sie ein neues Kloster in Osek bei Duchcov. Hierher ziehen sich ihnen nach auch die Landsleute aus Deutschland und gründen neue Ortschaften.

 

        Aus dem 13. und 14. Jhs. haben sich leider nicht viele Nachrichten erhalten, viele Ereignisse  sind somit geheimgehalten. In der zweiten Hälfte es 13 Jh.. gehörte das Städtchen den Herren von Mašťov, wahrscheinlich den Nachkommen der Herren von Milhost. Der erste Bekannte darunter  war Vratislav von Mašťov, der 1281 Mitglied des Deutschritterordens in Chomutov wurde. Das war die Blütezeit für  Mašťov. Die Handwerkarbeit entwickelt sich, der Rechteckplatz mit den Strassen nach allen weltseiten wird aufgebaut, regelmässige Märkte werden veranstaltet...

 

        Im 14. Jh. wird Mašťov-Herrschaft zwischen einigen Besitzern eingeteilt. Einer von ihnen ist Rubín von Mašťov, desweiteren wird Petr von Mašťov erwähnt. Um die Hälfte des 14. Jhs. genoss die Gemeinde eine verhältnismässig grosse Bedeutung, worüber auch eine örtliche Pfarrenkirche nachweisen, die sich einen Pfarrer und zwei Priester gehalten hatten. Weiter Herrschaftsbesitzer wurde 1391 Aleš von Dubá, Mitglied des mächtigen Geschlechtes und Besitzer der Burg Egerberk. Sein Sohn, Jindřich Škopek von Dubá, trat die Gemeinde 1408 den Herren von Hertenberk ab. Die Bedeutung von Mašťov wächst weiter, und so es wird anfangs des 15. Jhs. ein reiches Marktstädtchen, so gross, wie z.B. Žatec oder Louny. An befestigter Burgn über der Stadt siedelte (schon seit dem Ende des 13. Jh.) ein Königssteuerbeamte..Die aus der Unzufriedenheit der armen Leute und der Lehre von Jan Hus herausgehenden Konflikte gerieten auch hierher, ebenso wie durch das ganze Land über.

 

        Der Kriegsausbruch war unabwendbar. 1421 zog Žižkas Heer nach Nordböhmen, um zu seiner Seite auch andere Städte zu erwerben. Den 15. März hatten die Hussiten vor Chomutov haltgemacht, die sie auf zweitem Versuch errangen, um über Žatec nach Kadaň fortzusetzen und dann waren sie nach Mašťov angelangt. Der Burgherr - Habart z Hertenberka – liess die Pforten öffnen und sich zur Hussitenseite schlugen. Nach deren Aufbruch ist hier eine Hussitenbesatzung geblieben. Den 2. September 1421 machten vor Mašťov die Kreuzheere halt. Die Burg wehrte sich mutig, schliesslich hat sie sich aber ergeben. Mašťov und andere Gemeinden in der Umgebung wurden massakriert. Die Kreuzritter wurden schliesslich bei Žatec von Hussiten niedergeschlagen, 6 Jahre später wurde Mašťov wieder ein Schlachtfeld. Diesmal ist der 4. Kreuzzug ins Böhmen eingefallen. Die Gemeinde wurde wieder besetzt, nicht lange danach wurden jedoch die Kreuzritter wieder vertrieben.

 

        Nach den Hussitenkriegen der Besitzer der Herrschaft wird Petr z Vrše. Nachfolgend war es Vilém z Nečtin, der 1444 dem Städtchen einige Privilegen erteilte und ins Stadtwappen sein Geschlechtswappen zugab. Weitere Besitzr war kürzlich Vilém ze Žlutic, aber schon 1454 erhielt Benš z Kolovrat Mašťov vom König Ladislav Pohrobek zu Lehen. Somit entstand eine neue Zweiglinie des mächtigen Geschlechtes von Kolovrat (ursprünglich von Ročov im Louny Gebiet) – Die Kolovraten-Mašťov-Herren. Die verwalteten die Stadt nachfolgende 80 Jahre.

 

        Die Hussiten- und Tschechentumtraditionen waren in hiesiger Region soweit eingewurzelt, dass sogar nach 70 Jahren konnte man sich hier nicht deutsch verständigen. Weiter Herr von Kolovraten - Jan Mašťovský z Kolovrat – wurde am Ende des 15. Jhs. Hauptmann der Žatec Region, sein Nachfolger Václav Mašťovský z Kolovrat dann 1530 verkauft die ganze Herrschaft den Herren von Lobkovic. Der erste von ihnen, der Mašťov verwaltete, war Jan Jr. von Lobkovic, der der Stadt 1541 die in Vergangenheit erworbenen Privilegen bestätigte, ein Jahr später jedoch verkauft er Mašťov dem Grafen Jeroným Šlik. Der ist aber nach 9 Jahren gestorben und sein Sohn trat an seine Stelle. Der bestätigte der Stadt wieder alle Privilegen und zugleich genehmigte er ihr Bier zu brauen.

 

        Zu dieser Zeit kam zu uns aus Deutschland eine neue Reformationsbewegung Martin Luthers. Jáchym wurde sein grosser Anhänger und an der Herrschaft befinden sich zugleich katholische sowie protestantische Priester, was später manche Konflikte hervorrufen sollte. Weiter Herr war Bohuslav Felix z Lobkovic, Herr von Hasištejn und Líčkov, der es um 32 000 Kuppen Meissner Groschen kaufte. Sein Sohn Jan Valdemar z Lobkovic gab 1569 den Bürgern von Mašťov ein Radhaus und er befreite es von Kontributionen. 1571 liess er am Ort ehemaliger Festung und Burg ein Renaissanceschloss aufbauen. Schliesslich kommt er jedoch um Mehrheit seines Vermögens und  geht ins Ausland fort, wo er um 1595-97 stirbt ohne einen männlichen Erben und Mašťov geht in die Hände der Enkel - Söhne seiner einzigen Tochter Eva,  verheiratet zu Švamberk über.

 

        Zu Lobkovic-Haus kulminierten die Religionsstreite zwischen den Katholiken und Protestanten. Ungeachtet dessen war Mašťov ein blühendes Städtchen inmitten des wirtschaftlichen Aufschwung. 1564 hat es eigene Lateinschule, 1580 Armen- und Waisenspital, in 12 Häusern wird Bier gebraut, auch die Herrschaft am Schloss hat ihr Brauhaus, in 24 Mälzereien wird Malz bearbeitet, das nach benachbarte Sachsen exportiert wird …Weitere Besitzer sind Jan Bartoloměj und Jiří Ctirad ze Švamberka. Auch wenn sie in Mašťov nie gelebt hatten, bestätigen sie wieder alle dessen Rechte (1599).

 

        1603 (laut einigen Quellen 1604) erwarb die Herrschaft einen neuen Besitzer. Das war der Hauptmann der Žatec-Region Ritter Prokop Dvořecký z Olbramovic. Als er jedoch Anhänger des Ständeaufstandes gegen die Habsburger war, wurde er 1621 hingerichtet. Kurz danach hielt die Herrschaft (1610-1613) Ritter Václav Kaplíř ze Sulevic, laut anderen Quellen Dvorecký verkaufte Mašťov-Gebiet gleich dem Geschlecht von Štampach. Es ist sicher, dass 1615 war es Matyáš Štampach, der die Herrschaft hielt. 1615 wurde sie vom Neffe Matyášs  Jan Jindřich Štampach geerbt. Der wurde dadurch berühmt, dass er in Mašťov 1619 den „Winterkönig“ Fridrich von Pfalz bewirtete.

 

       Die Habsburger hatten den Herren von Štampach diese Geste nicht verleiht - 1622 verurteilten sie sie zu Verlust aller Vermögen. Jan Jindřich Štampach gign 1628 mit der ganzen Familie in die Emigration fort. Ähliches Schicksal traf die meisten Geschlechte in der Umgebung, ihr Vermögen erhielten sich im wesentlichen nur die Herren von Lobkovic.

 

        Neuer Besitzer der Herrschaft bekam 1623 ein der Sieger der Schlacht auf Weissem Berg, spanischer General in den Diensten von Habsburgern, Vilém Verdugo. Nach der Schlacht auf dem Weissen Berg kam der Zeitraum der Gegenreformation auf, der Verfolgung von allen Nichtkatholiken und Tschechen. Während des Dreissigjährigen Krieges bekam unser Land ein Schlachtfeld, das ganze Land wurde geplündert und verheert. Nicht einmal Mašťov war die Ausnahme. 1625 lagern hier die Truppen aus Schlesien, die hierher Pesten bringen. Während ein Paar Monatesind daran 355 Leute gestorben. 1631 ziehen durch das Gebiet sächsische Truppen, die nach einem Halbjahr jedoch vor den Truppen von Albrecht von Wallenstein zurückzihen. 1639 gehen zwei schwedische Armeen durch die Umgebung, 1643 bewegt sich im Lande das Heer von General Torstenson, Wrangel…Das Jahr 1647 war durch einen besonders starken Terror bezeichnet. Mehrere Dörfer waren ganz zerstört. Zusammen mit dem Ende des Dreissigjährigen Krieges endeten auch die Zeiten des sich entwickelnden, reichen Städtchens Mašťov. Die ganze weite Umgebung war ausgeraubt, verheert, einige Dörfer sind gänzlich untergegangen.

 

        Vilém Verdugo vermachte die Herrschaft seinem Sohn Jáchym Verduga. Der bestätigte der Dtadt 1643 alle bisherige Rechte und Freiheiten unter Bedingung, dass ihm eine unbedingte Treue abgeschworen werde.

 

        1662 ein neuer Besitzer der Herrschaft wurde Graf von Hradec Králové - Jan František Goltz. Die Familie Goltz gehörte zu sehr räuberischen Edelleute, die ihre Untertanen hart ausbeuteten, unter derer Regierung der pflichtige Herrendienst von 7 bis 16:30 (im Winter), oder von 3:45 bis 20:15!! (im Sommer) zu leisten war. Die schwere Fronarbeit war üblich an allen Hersschaften, es war daher nur kurze Zeit zu warten bis zu den ersten Aufständen gegen die Grundherren kommen wird. Diese brachen aus rund 1680 in der Region von Čáslav und auch in anderen Gebieten und breiteten sich schrittweise über das ganze Land aus. Jeder solcher Aufstand war hart unterdrückt.. 1682 versammelten sich in der Region von Žatec rund ein tausend Hörigen (laut einige Quellen bis 4000), um einen Zug nach Mašťov, Sitz des Kreishauptmanns Goltz zu unternehmen. Sie waren von gewissem Bauer Kreutz geführt. Das Schloss griffen sie jedoch nicht an (nach verhandlungen), dessen anstatt wandten sie sich um und zogen nach Kadaň, wo sie von Harants Truppen eingeholt waren, die die Ampörung unterdrückten.

 

        Die Herrschaft gehörte den Herren von Goltz die ganzen 130 Jahre. Während derer Regierung wurde das Schloss wieder umgebaut, ein Herrenbrauhaus entstand, 1719 war  die Stadt durch Feuer getroffen, bei dem die ganze Stadt abgebrannt war, zum Schluss ist sie deren Freiheiten los geworden. Erst im Jahre 1735 durch die Majestät  von Kaiser Karl VI. wurde sie wieder zu den Städten eingereiht. Mit der Zeit erwirbt Mašťov die Rechte und Freiheiten zurück.

 

       Als ob Mašťov noch nicht genug Ungunstes zu erleben hatteje, wurde sie im Zeitraum 1713-14 durch Pesten befallen. Während einiger Monate 38 Personen ums Leben gekommne sind. Auf die Stadt wurde eine strenge Quarantäne verhängt. Ein Dreivierteljahr dürfte niemand weder herein, noch heraus gehen. Angst vor Pesten war enorm, die Stadt überlebt nur dank der Dorfleute aus den umliegenden Dörfern, die an den Rand Mašťovs Lebensmittel herbeibringen. Aus dieser Zeit stammt die Phrase "Angst vor Mašťov". Nachfolgende Schicksalsschläge waren für die Stadt regelmässige Brände. Nach einem grossen Brand im Jahre 1719 war es z.B. der Brand vom Jahre 1791, bei dem  23 Häuser und 18 Scheunen abgebrannt waren. Zum dritten Mal aller schlimmen Dinge wurde Mašťov in den Jahren 1770-71 von einer grossen Missernte, gefolgt mit Hunger, Elend und Teuerung, befallen. Einige Lebensmittel konnte man sogar nicht kaufen – es sei denn gegen Naturalien auswechseln, es erschienen wieder die Krankheiten, diesmal war es z.B. faules Fieber, das die ganzen Familien dezimierte.

 

        Wenn nicht von pesten, Fieber, Feuer oder Elend , wurde die Stadt von Truppen zerstört. 1742 wurde in Mašťov die kaiserische Armee einquartiert, die alle Lebensmittel, Futter für die Pferde requiriert hatte, raubte und verwüstete die Ernte. 20 Jahre später sind hierher 80 preussische Soldaten angerückt, die unter Androhung der Abbrennung der Sdtadt die Brandschatzung gefordert hatten. Die Einwohner, die noch ein verheerendes Feuer in Gedächtnis hatten, von dem sie sich noch nicht erholen konnten, bezahlten lieber. Der letzte Besitzer der Herrschaft Arnošt Jan Goltz erschoss sich 1792 am Schloss von Mašťov. Mit Tod Arnošts stirbt die Familie von Goltz in männlicher Linie und Vojtěch Mladota ze Solopysk wurde dann laut dem Letzten Wille der Besitzer der Herrschaft.

 

        Am Ende des 18. Jhs. breitet sich über Europa der Gedanken der Aufklärung und damit auch eine neue Epoche. 1781 wurde von Josef II. die Hörigkeit aufgehoben, die katholische Kirche ist nicht mehr so mächtig. Im Frankreich bricht die Revolution aus, gefolgt von napoleonischen Kriegen, die (wie alle vorhergehenden Kriege) nicht einmal Mašťov vermieden.. Konkret war es im Jahre 1813, wenn 30 000 österreichische Soldaten, geführt von Generalen Hohenlohe von Bartenstein und Scheffer lagerten hier. Nach deren Fortgehen ist alles verwüstet geblieben.

 

        1835 kauft die Herrschaft Gräfin Gabriela von Ditrichstein. Bis dahin war Mašťov eine reine landwirtschaftliche Herrschaft, nun jedoch beginnt auch das industrielle Unternehmen zu entwickeln. Die Förderung der Kohle an der Grube Jan Nepomucký läuft an, verbreitet sich Schafzucht und damit Handel mit Wolle, unter den Armen  die Gänsezucht. In Tiefländern werden Getreidearten, Erbsen, Linsen, Kartoffeln und Hopfen angebaut, es werden Obstgärten und Gärten angelegt. Auch Fischerei gedeiht hier gut – die ganze Herrschaft besass 10 Teiche mit einem Karpfensatz. In den umliegenden Wäldern verlief Waldnutzung, Holz wurde sofort an eigenen Sägewerken in Mašťov, Vilémov und Obrovice bearbeitet. Mašťov hat auch eigene Mühle in Betrieb gesetzt. Der letzte Herrschaftsbesitzer wurde 1845 Evžen Karel Černín z Chudenic.

 

        Im September 1848 wurde ein Gesetz über Aufhebung der Untertänigkeit erlassen. Zwei Jahre später wurden die Gemeinden selbständige Verwaltungseinheiten. Es beginnt die Industrie zu entwickeln, die Mechanisation wird in die Landwirtschaft eingeführt, Handel und Verkehr wachsen an. Mašťov gerät somit in die Finanzprobleme, denn es muss für Aufbau der Strassen, Reparaturen des Gemeindenvermögens und für öffentliche Bauten sorgen. Ein der ersten öffentlichen Bauten wurde in Mašťov 1871 das Schulengebäude. In demselben Jahre wurde ein Postamt errichtet, 5 Jahre später began seine Tätigkeit auch eine Telegraphbehörde. 1859 wurde ein Gewerbeamt errichtet, die Zunfterrichtung damit aufgehoben.

 

        Mašťov ist die Stadt, die immer Pech an Feuer hatte. In der zweiten Hälfte des 19.  Jhs. brandte es in der Stadt wieder – und so mehrmals. Zum ersten Mal war´s  1859, wenn 27 Speicheranlagen mit Getreide abgebrannt waren. Es folgte ein anderes Feuer, das 1862 12 volle Scheunen verbrannte. Die Schäden aus beiden Feuern waren so gross, dass eine Sammlung über das ganze Böhmen durchaus Mašťovs zu gunsten veranstaltet wurde. 9 Jahre später verbrannte die ganze Kostelní Strasse. Nach allen diesen Ereignissen wurde in der Stadt 1878 ein Verband freiwilliger Feuerleute gegründet. 1886 wurde vom Stadtrat eine „Löschordnung“ genehmigt und 1894 wurde hier eine Feuerlöschrüstkammer aufgebaut. 1855 wurde erste Apotheke in Mašťov geöffnet, 1892 ist feierlich ein neues Radhaus in Betrieb gesetzt und  1911 wurden hier zum ersten Mal erste Glühbirnen geleuchtet.

 

        Die Industrie- sowie Stadtentwicklung wird aber durch Ausbruch des ersten Weltkrieges gehemmt. 1914 rücken die Männer von Mašťov  an die Front ein. Um ein Halbjahr später kommen hierher die Flüchtlinge von Halič und Bukovina, und das Stadtamt muss für sie besorgen. Es wird die Rationierung von Lebensmitteln – Brot, Mehl, später auch Kartoffeln eingeführt. Mit jedem nachfolgenden Kreigstag vergrössert sich Elend und Hunger, die Leute leiden von Mangel an Bekleidung und Schuhe …später erscheint sich bei den Ärmsten auch die Krankheit von Unterernährung. Das Kriegsende ist für alle eine wirkliche Befreiung.

 

        1918 wurde eine selbständige Tschechoslowakische Republik erklärt. Im Grenzgebiet verlief jedoch eine Kampagne für Schaffen des Deutschböhmens, schnell erklärt den zweiten Tag in Wien. Es sollte sich um eine selbständige deutsche Staatsform auf dem historischen Gebiet Böhmens handeln. Sie stürzte jedoch ein und das tschechische Grenzgebiet wurde von tschechoslowakischen Truppen und der Verwaltung besetzt. Mašťov war nach dem Krieg vernachlässigt und musste vieles auf einmal lösen. Ein grosses Problem war Mangel an Wohnungen, vieles zu tun hatte der Armenausschuss. 1924 wurde eine tschechische einklassige Schule gegründet, 1933 ist sie dann zur Doppelklassige Schule verbreitet. Es wurde auch ein Kindergarten errichtet und 1930 wurde eine Sektion der Böhmischen Nationaleinheit gegründet, die für Kultur- und Volksbildungsleben tschechischer Einwohner sorgt. Mašťov beginnt es wieder zu gedeihen und so werden hier neue Betriebe, wie z.B. Václav Richters Baufirma, elektrotechnisches Gewerbe, "Erste landwirtschaftliche Maschinenwerkstätte Arnošt Kerns" und seit 1928 her beginnt nach Mašťov zweimal täglich regelmässige Buslinie zu fahren. Meist von Leuten jedoch arbeiten in der Landwirtschaft. 1920 wurde kleinen Interessierten insgesamt 26,9 ha Boden übergeben, diese Anzahl hatte sich schrittweise erhöht.

 

        Es folgen die 30er Jahre und damit auch die wirtschaftliche Krise, die für viele Bürger von Mašťov bedeutet es um grundlegende Lebensbedingungen zu kämpfen. Die Arbeitslosigkeit stieg steil an, die Armenanstalt sowie Spital waren bald voll. Himmelhohe Sozialunterschiede beginnen zu entstehen. Die Stadt steckt in Schulden, sie hat beständig passive Wirtschaftsbilanz. Trotz einer sehr schlechten Situation die Leute wollen sich unterhalten und so man öffnet hier 1929 ein Kino, das muss jedoch nach zwei Jahren wegen der Schulden wieder geschlossen werden. 1933 wird bei der Badeanstalt für den Fremdenverkehr einen Sommerstrand aufgebaut, in demselben Jahr ist ein Kino wieder geöffnet. Auch eine Tankstelle und eine Baťa-Zweigstelle sind in Mašťov errichtet.

 

        Nach Antritt Hitlers zur Macht und Henleins auf die politische Szene im Jahre1933 beginnt in Mašťov eine destruktive Nazipropaganda zu wirken. Örtliche Nazis nahmen zu, die Situation zwischen den Tschechen und Deutschen war mehr un mehr gespannt. Im Mai und September verläuft die Mobilisierung, auch nach Mašťov kommt die Tschechoslowakische Armee. Dann kommt aber der Verrat in München, gefolgt durch Fortgehen der tschechischen und jüdischen Familien, zusammen mit Armee und Gendarmen. Der anfangende Krieg hat auch einen ersten Erschlagene von Mašťov gefordert. Es war ein unbekannter Soldat, der beim Geplänkel mit einer deutschen Patrouille ums Leben gekommen ist.. Mašťov (derzeit Maschau) bekommt Bestandteil des Hitlers III. Reiches. Es wird eine neue Ordnung eingeführt – örtliche Kommunisten und Antifaschisten werden „dringlich belehrt“ von Gestapo, alle politische Parteien werden aufgehoben ausser der Nazipartei. Innerhalb von einem Jahr bricht der Zweitenweltkrieg aus.

 

        Die Männer von Mašťov gehen fort für Grossdeutschland zu kämpfen, zum November 1941 ist in Wehrmacht  121 Männer einberufen. Für die Arbeit bei den Bauern werden die Kriegsgefangenen eingesetzt, erstmals Franzosen, dann Yugoslawen, Ukrainer und Russen. Den jüdischen Familien, die geblieben sind, wird das Vermögen beschlagnahmt und die selben Familien wurden laut Nazirassengesetzen verfolgt. Aus ehemaliger tschechischen Schule auf dem Platzwurde ein Hitlerjugendheim errichtet, das Schloss diente als eine Herberge für die, zur einjährigen Arbeitspflicht, berufenen Deutschmädchen, zum Kriegsende war hier ein Lazarett. Vom Frühling 1945 ist die Stadt voll von deutschen Flüchtlingen vom Osten.

 

        12. Mai 1945 wurde Mašťov von Sowietischer Armee befreit. Die Soldaten wurden in den wirtschaftlichen Gebäuden der Gemeinde einquartiert. Die Armee konzentrierte sich danach auf Doupovské Gebirge, das eine der letzten Zuflucht der SS-Einheiten wurde. Während des Herbstes gehen dann Sowjettruppen weg. Am Schloss ist bis Demobilisierung im Jahre 1946 eine Wachengruppe einquartiert, die aus den Soldaten des I. Tschechoslowakischen Armeekörpers Generals Ludvík Svoboda in der Sowjetunion besteht. Im Juni began die ursprüngliche Bevölkerung, die 1938 hatten Mašťov verlassen müssen, zurückzukommen. Durch das Dekret des Präsidenten der Republik wird das ganze Vermögen der Verräter, Kollaborateure und Deutschen beschlagtnahmt und nachfolgend der Abschub der deutschen Bevölkerung, ausser den Antifaschisten, aus der schechoslowakei durchgeführt. Neue Ansiedler aus Böhmen, Mähren und Slowakei, zusammen mit den demobilisierten Soldaten – Wolynischen Tschechen, nehmen sich der verlassenen Güter an.

 

        Den 1. September wird eine tschechische Schule geöffnet, der Nationalverein Nordböhmens gegründet, bald arbeiten beide Bäckereien, ein Mischwarengeschäft, ein Eisenwarengeschäft und viele anderen Gewerbe und Betriebe. Am Schloss ist die SNB-Station ansässig. Im November 1949 wurde der Ausschuss zur Gründung der Einheitliche landwirtschaftliche Genossenschaft beschlossen, ein Jahr später wurden die Scheunen für Vieheinstallung  adaptiert. Nachfolgend wird Kuhstall, Schweinestall und Geflügelfarmen gebaut. Am Schloss wurde 1949 eine Freiluftschule und nach einem Halbjahr ein Kinderheim errichtet. Dank Zufluss der Kinder wurde hiesige Schule erstenmal auf eine Doppelklassige- , später Vierklassigeschule verbreitet, um schliesslich 1955 eine völlig organisierte Achtklassigeschule zu werden. Wegen der Aufhebung der Gemmeinden aufgrund der Errichtung des Militärausbildungsraumes im Gebiet des Doupovské Gebirges, fängt in Mašťov 1953 ein weiterer Bevölkerungszufluss an.

 

        Die 60er Jahre sind für Mašťov durch Bauen geprägt. Man fing mit Reparaturen der Häuser an, es wird ein Kulturhaus gebaut, der Platz nimmt eine Parkanlagegestalt an und auch ein Fussballplatz wird errichtet. Ernste Probleme mit Wasser sind jedoch eingetreten. Ein 80-jähriger, durch Selbstgefälle indrei Stadtbrunnen fliessender, Wasserstrang, fing an zu funktionieren und so 1967 wurde Aufbau der Gruppenwasserleitung für Mašťov, Radonice und Vilémov eröffnet. Mašťov ist eine grosse Baustelle. Im Juni 1967, wenn die Arbeiten an Wasserleitung noch nicht zu Ende gebracht sind, fängt ein Aufbau des Plattenneubaugebietes, der öffentlichen Entwässerung und der Kläranlage an. Das Neubaugebiet ist 1969 beendet und bald ziehen dorthin erste Mieter um. Es folgt der Aufbau neuer Selbstbedienungskaufstelle, weiter werden neue Asphaltstrassen und Fusswege gebaut, bis die Arbeiten endlich – nach mehr als 15 Jahren – zu Ende gebracht sind. Das Aussehen der Stadt harsich völlig geändert.

 

        In den 70er Jahren rund 40% Leute arbeiten in der Landwirtschaft, die übrigen in der Industrie und in den Dienstleistungen. 1976 entsteht hier ein Svazarm-Schiessplatz, am Ende der 70er erscheint sich ein neues Element – Aufbau der Familienhäuser. Es erhebt sich jedoch ein neues Problem – Sinken der Kinderanzahl. 1979 schliesst sich somit der zweite Grad der Grundschule ab und die Kinder gehen nach Radonice und Krásný dvůr über.

 

        Die 80er Jahre sind durch Weiterbauen geprägt. Es entstand eine ganze neue Strasse der Reihenhäuser, Ausrüstung der Badeanstalt wird verbessert, verläuft ein Umbau des Kulturhauses und die Denkmäler werden repariert.

 

       Der erste Nachrevolutionsbürgermeister wurde Stanislav Dvořák, der sich in Post bis Dezember 1994 erhalten. Zu dieser Zeit hat sich das Dorf Dächer auf der Grundschule und auf dem Rathaus reparieren lassen. Es wurde die Kläranlage auf der Badeanstalt gebaut, der Umbau des später restituierten Schulhortgebäudes durchgeführt. Im Dezember 94 trat Josef Slunéčko in die Funktion des Bürgermeisters an, Vizebürgermeister wurde Jiří Kubík, beide sind in den Funktionen bis jetzt. Nach Anfangsschwierigkeiten gelang es 1995 im Souterrain der Plattenhäuser drei Wohnungen aufzubauen und 1996 fing allgemeine Elektrifizierung der Gemeinde an, nach der aus den Strassen Drahte verschwunden waren, jedes Haus wurde an Fernsprechanschluss angeschlossen und die öffentliche Beleuchtung aufgestellt. Danach wurde der Platz repariert, neue Fussgänge über die ganze Gemeinde aufgebaut und die Strassen repariert. In diesem Jahre gelang es auch die Gruft von Mladoten von Solopysk zu reparieren, die Besitz der Gemeinde ist.

 

       Man kann sagen, dass im Dorf beständig gebaut wird – im Zeitraum 97 bis 2001 gelang es dank des Programms der Landerneuerung einen Parkplatz beim Rentnerheim azfzubauen, Feuerrüsthaus für die örtliche Feuerwehrleute anzubauen. Die örtliche Feuerwehrleute gehen sehr gut vor, drei nacheinandergehenden Jahre sind sie die besten im Bezirk und zweiten im Kreis, sie sind organisiert im grössten Verein der Gemeinde und im grossem Masse beteiligen sie an den Arbeiten in der Gemeinde, es wurde eine Wohnung Nr.119 aufgebaut.

 

       Es wurde Dach- und Fassadenreparatur des Kulturhauses durchgeführt, am besten gelang es jedoch die Fenster und Türen in der Grundschule auszuwechseln, Abfallsammelhof aufzubauen und Liquidierung und nachfolgendes Bewalden des schwarzen Ablagerungsplatzes sicherzustellen.

 

       Aber nicht nur durch die Arbeit lebt die Gemeinde – die traditionellen Augustwallfahrten, während des Jahres ein Paar Bälle und Tanzunterhaltungen, Sporttreffen der Sportler sowie Feuerwehrleute werden hier veranstaltet. Die Gemeinde geriet nach langer Zeit auch in die Karten des Tschechischen Touristenvereins, es gibt hier die Statuen aus den untergegangenen Dörfern nach der Kohlenförderung, das Dach und Innenputz der St. Marienkirche  wurde repariert, gegenwärtig wartet die Gemeinde auf die Eintragung ins Immobilienbuch für St. Barbara-Kirchenruine, die derzeit schon ausgeräumt und gesichert ist. Im Sommer ist hier eine Badeanstalt in Betrieb, man kann Wanderungen in die Umgebung unternehmen.

 

 

       Die Gemeinde steht im Wettbewerb im Programm der Landeerneuerung seit 1996 her und jedes Jahr gewinnt einigen Preis. Das wertvollste ist das Blaue Band für ein gesellschaftliches leben vom 1999 und erste Stelle im Wettbewerb der Büchereien vom 2001, wenn die Bücherei in die gesamtstaatliche Runde um die beste Bücherei vorgegangen ist.

 

         Bibliographie:  Valeš, V.:  800 let Mašťova. Praha 1989

 Sedlák, M.:  Historický průvodce Karlovarskem. Plzeň 1962

 Bílek - Jangl - Urban:  Dějiny hornictví na Chomutovsku. Chomutov 1976